Websiten unter der ...privat und unabhängig ... 2005 - 2021 J.Kampe „DDR – geheim / Die Bunkerwelten des Kalten Krieges“ Film von: Michael Erler  / Sendeanstalt: MDR  / Ausstrahlung: 25.01.2011 20:45 Uhr Moderation: Robert Burdy                                                                                                             Troposphärenfunkstation Röhrsdorf – ein technisches Wunderwerk ? Bezug nehmend auf Aussagen zur Troposphärenfunkstation Röhrsdorf bei Dresden Dieses Zitat aus dem Kommentar muss mit allen assoziierenden Gedanken schnell vergessen werden, weil absoluter Unsinn.  Es ist die Aussage einer in der Sache unwissenden Person. Sie macht die Troposphären- Funkstation zu einem technischen “Wunderwerk”, was sie niemals war.  Für alle Leser stehen hier auf dieser Webseite ausreichend Informationen bereit, die das Troposphären- Nachrichtensystem in seiner Gesamtheit und einzelne Komponenten des Systems beschreiben.        Filmszene bei ca. 00:49 Sek. / Textauszug, der den Zuschau- ern etwas vorgaukelt, was es so 1973 noch nicht gab. (entnommen dem Bunkerbauprogramm vom 03.05.1974) Zitat: 2000 km entfernt von Moskau wurden die geheimen Funksprüche in die Troposphäre geschickt, so wie dieser Lichtstrahl (der Kommentar).  Von dort wurden sie reflektiert, wahrscheinlich weil sie niemand dort brauchte und hier wieder eingefangen. Die geheimen Funkstrahlen waren im All praktisch unauffindbar, damit absolut abhörsicher. Die-     se Station konnte sogar nach während eines Atomwaffeneinsatzes empfangen. Zitat Ende. Befehl “Filigran” oder Befehl 10/73 ? Zitat aus der Moderation:  Stasizentrale Ostberlin, 5.Februar 1973, Erich Mielke unterschreibt einen Befehl für ein geheimes Bauprogramm. ... Er hatte den Tarnnamen „Filigran“. Es ging um den Bau von Bunkern, atombombensicher, geschützt gegen chemische und bakteriologische Waffen. Zitat Ende. Erich Mielke hat keinen Befehl für ein geheimes Bauprogramm unterschrieben, sondern den Befehl 10/73, in dem er befiehlt, das alle Aktivitäten innerhalb des MfS zur Gewährleitung der Sicherheit und Geheimhal- tung des Bunkerbauprogramms vom 21.11.68 (Zeitraum 1971 –1980) mit dem Decknamen „Filigran“ zu tarnen sind. Der Befehl ersetzt eine früher erlassene Ordnung. Eingeblendet wird ein Text, der 1973 noch gar nicht existierte. Er ist der Konzeption zur Errichtung geschütz- ter Führungsstellen entnommen, die am 03.05.1974, also reichlich ein Jahr später, für den Zeitraum 1976 – 1990 beschlossen wurde. Ein Bunkerbauprogramm mit dem Tarnnamen “Filigran” gab es nicht !!!  Zitat: .... der größte von ihnen (gemeint ist ein Bunker) ist voll gestopft mit mobiler Funktechnik. Ein riesiges unterirdisches Kommunikationszentrum .... sogar ein komplettes Fernmeldeamt gehörte zu der Bunkeranlage...  600 Personen, Generale, Offiziere ....... hätten den Bunker bezogen... , ... Aufgabe dieser Komman- dobunkeranlage im Ernstfall, die Aufstellung einer neuen Armee und die Mobilisierung neuer Soldaten für den Warschauer Pakt. .Zitat Ende. Die wahre Geschichte ! In Friedenszeiten gab es dort nicht eine einzige mobile Funkstation, nur wenige, 2 – 3 vorbereitete Funkempfangsarbeitsplätze in der Funkempfangszentrale. Im Rahmen der Mobilmachung wären drei Funksendegruppen gebildet und die mobilen Funkstationen sowie andere mobile  Nachrichten- kräfte- und Mittel zugeführt worden. Siehe z.B. Grafik in der Beschreibung der Anlage. Ein „riesiges“ oder „komplettes Fernmeldeamt“, geheime DDR- Technik zum Anfassen, eine erfundene Aussage. Alles Technik wie sie bei der Deutschen Post auch zum Einsatz kam.  Ein Fernmeldeamt ist eine definierte Einheit mit Kabeleinführung, Verteilern, Anpasstechnik, Übertragungsstelle, Vermittlungssystem usw..  Seine Größe wird durch das zu versorgende Gebiet bestimmt. Der Begriff Fernmeldeamt, im militärischen unüblich, im folgenden wird er relativiert. Auf einer Fläche von ca. 30 - 40 m² sind installiert, ein Fernsprechvermittlungssytem vom Typ MSN 70, für nicht mehr als 70 Stabsteilnehmer und ein Vermitt- lungsplatz. Siehe dazu nebenstehende Angaben des Herstellers. In Gestellreihen befinden sich die Einschübe von Trägerfrequenz- und  Wechselstromtelegrafie- geräten, Transistor-Allverstärker (TAV), Meßtechnik, Anpass- und Umsetzereinrichtungen. In den Kategorien lassen sich die Geräte an einer Hand abzählen.  Bei Zuordnung jeweils eines weiteren Betriebsraumes für die SAS- und Chiffrierstelle  (Fernsprech - und Fernschreib-/ Chiffrierstelle, Abfertigung)  Funkempfangs- und Kurierstelle sprechen wir von der Nachrichtenzentrale der Führungsstelle. Also, weder riesig, noch außergewöhnlich !   Kossa / Söllichau – der andere Bunker ! Bezugnehmend auf Aussagen zur Führungsstelle Kossa In anderen Beiträgen wird behauptet: - von Kossa aus habe es direkte abgeschirmte Nachrichtenverbindungen nach Moskau, Warschau, Ost Berlin und zum Nationalen Verteidigungsrat der DDR gegeben. Man verweist sogar auf die unterschied- lichen Farben der Telefone, - Schlachtpläne konnten von hier mit einer ausgeklügelten Videotechnik direkt an die Front versendet wer- den,  - mit Hilfe einer Troposphären- Funkstation hätte man selbst durch große Atomblitze hindurch Nachrichten versenden können. Gar nicht erst zu reden von Kossa als geheimer Schatz des Warschauer Vertrages und - von hier hätte als Kommandopunkt die 3.Armee ihren Kampfauftrag erhalten.  - Alles Unsinn, nichts ist zutreffend ! - Genannte Personenzahl, 600 Generale, Offiziere und .... hätten den Bunker bezogen. Unsinn, die Perso- nenzahl hätte sich auf einer Fläche von 75 ha, darunter mehrere Bunker und vorbereitete Unterstellungen, verteilt. Kossa war keine Armeeführungsstelle, ihre Aufgabe war die Führung und Organisation der Aufstellung von drei Ersatz- und Ausbildungsbrigaden für das Kontingent  NVA in der Koalition. Sie stellte in Friedenszeiten eine vorbereitete Führungsstelle im Kommando des Militärbezirks III (Leipzig) dar, hätte im Kriegsfall rein nationale Aufgaben zu erfüllen gehabt. Eine gleichwertige Führungsstelle befand sich in der Nähe von Neubrandenburg für den Militärbezirk V.   Bleibt am Ende die Ablehnung des Films und ein Verlust an Vertrauen in die Sendeanstalt. Der Film verfälscht Militärgeschichte der DDR. Ein Macher aus “Wessiland” weiß es wieder einmal besser. Der Film bedient ein Klischee, das sich seit eh und je wie ein roter Faden durch die Medien zieht. Es hat nichts „Gutes“ an der DDR zu ge- ben, eben ein „Unrechtsstaat“. Wobei Bunkeranlagen, sowohl auf der einen als auch anderen Seite, generell nicht als etwas „Gutes“ zu bezeichnen wären. Der Film stellt weitere Bunkeranlagen vor. Eine kritische Bewertung dieser bleibt den Insidern dieser Anlagen vorbehalten.   mehr... Versuch einer Aufklärung   mehr... Bunker Kossa/ Söllichau mehr... zu “Wostok”